Hallo Freddy,
Vorab: Auch ich gehöre zu den Älteren hier im Forum. Und ich gehe davon aus, dass wir eine gemeinsame Sprache finden.
Was deine "Bedrohungs-Mail" betrifft, da vermute ich mal, dass du mit gewisser Wahrscheinlichkeit "nur" auf einen böswilligen Scherzbold hereingefallen bist. Allein der Empfang bzw. das Lesen einer böswilligen E-Mail führt in der Regel nicht dazu, dass bereits Schadcode ausgeführt wird. Vermutlich war die kostenpflichtige Reparatur deines Rechners der eigentliche eingetretene Schaden.
Es gibt auch für die Angreifer eine Wichtung zwischen Aufwand und "Nutzen". Bei einem unbekannten und "unbedeutenden" Privatnutzer wird kaum der Aufwand wie bei einer Behörde, einer großen Firma oder einem Krankenhaus betrieben.
Der eigentliche Schadensfall tritt in der Regel erst dann ein, wenn der neugierige oder unbedarfte User auf einen eingebetteten Link klickt oder gar eine Datei, welche mit der Mail empfangen wurde, gestartet wird oder auf einer sich geöffneten weiteren Seite irgendwas angeklickt oder eingetragen wird. Oder anders gesagt: Wenn der User das macht, was der böswillige Versender der Mail psychologisch gut versteckt, mit seiner Mail beabsichtigt hat.
Neben dem Veranlassen des Klicks zum Start eines Schadprogramms gibt es natürlich auch das Veranlassen zur Eingabe deiner Zugangsdaten auf einer echt aussehenden, in Wirklichkeit aber gefälschten Webseite. Die (d)einer Bank, beispielsweise.
Ich weiß (auch aus sehr langer beruflicher Tätigkeit im Bereich der IT-Sicherheit), dass im Internet das Böse hinter jedem Baum lauert. Wir hatten täglich eine große Anzahl an Angriffsversuchen! Und neben einem bewussten "Härten" seines Rechners (was in der Regel nur sehr fachkundige Laien bzw. Fachleute können) ist immer ein gewisses Maß an Misstrauen gefragt.
Sollte also wieder einmal derartiges passieren, dann zuerst einmal gründlich nachdenken. Was habe ich zuletzt getan? Auf irgend etwas geklickt oder gestartet? Zeigt der Rechner irgendwelche ungewöhnliche Symptome? Also keine Hektik und keine unüberlegte Handlungen! Ruhe bewahren!
Und dann noch keine Schnellschüsse (Rechner zurücksetzen usw.) loslassen!
Erst einmal Fakten sammeln. Was du selbst getan hast und auch die o.g. Symptome mit Screenshots dokumentieren. Und dann hier im Forum dein Problem, einschließlich der Symptome usw. ausführlich schildern. Anhand der beschriebenen Fakten wird sich garantiert einer der Helfer deines Problems annehmen.
Was er dir dann empfiehlt (Sicherung aller deiner wichtigen Daten, Scannen des Rechners mit einer "besonderen Art" eines AV-Scanners, bis hin zur Empfehlung einen fachkundigen User vor Ort zu kontaktieren oder gar eine Werkstatt aufzusuchen) hängt in erster Linie von deinen gesammelten und uns geposteten Fakten ab.
Nun zurück zu deinem E-Mail-Problem.
Bei irgend einem Verdacht ist es fast immer gut und richtig, eventuell kompromittierte Zugangsdaten zu ändern. Und zwar, bevor es der Angreifer tut - denn dann hat er dich ja schon ausgesperrt. (Dann kann dich nur der Provider wieder reinlassen - und das ist auch gut so!) Also zuerst einmal einen Zettel nehmen und dort den Namen des Providers und dahinter ein neues und gutes Passwort notieren. Selbstverständlich niemals das gleiche PW verwenden! Dann mit dem Browser am Webfrontend deines bzw deiner Mailprovider anmelden. Und dort eine Änderung des vereinbarten (alten) Passworts in das neue durchführen. Und dieses überall, wo eventuell ein PW gekapert sein könnte.
Dann nimmst du dir deinen Rechner und die anderen Geräte vor, und änderst die dort gespeicherten (und jetzt nach der Änderung ungültigen!) Zugangsdaten in die eben geänderten Werte. => Testen.
Wenn alles wieder funktioniert, hast du einen eventuellen Angreifer erfolgreich ausgesperrt.
Hinweis: es gibt einige Provider, welche ein unterschiedliches Passwort für das Webfrontend und für die Nutzung eines Mailprogramms oder neudeutsch einer "Mailapp" verlangen. Wenn du die Namen deiner Mailprovider postest, können wir dich darauf hinweisen und dir gezielt helfen.
In allen gängigen Mailprogrammen, wie bspw. dem sehr guten Thunderbird, wird das einmal dort eingetragene Passwort (+ dem Benutzernamen) dauerhaft gespeichert - das PW wird also danach (bis zur nächsten Änderung) nicht mehr verlangt. Trotzdem meldet sich das Mailprogramm immer wieder mit den von dir eingetragenen Zugangsdaten am Server an.
Und noch zwei Hinweise:
1. Es wäre gut, wenn du bei der Meldung des Verdachts ... auch mitteilst, welches Betriebssystem du benutzt. Nicht alle nutzen eine WinDOSe ... .
2. Auch die Nennung der von dir genutzten Mailprogramme oder -Apps macht Sinn.
Viel Erfolg!
vy 73 de Peter