Brauche ich wirklich eine USV? Ich betreibe OpenWrt und TrueNAS boxen

TishaH

New member
Hi

Brauche ich wirklich eine USV? Ich betreibe OpenWrt und TrueNAS boxen
Ich möchte nicht noch ein weiteres Gerät.

Leider gab es bei uns in der CH auch kurze Stromausfälle
 
Hallo @TishaH,

nun, niemand verlangt von dir, in ein NAS zu investieren. Nicht ohne Grund ist die Zahl der (mir bekannten) privaten NAS-Nutzer recht gering.
Du kannst und musst aber selbst kritisch einschätzen, welche Bedeutung dir deine gespeicherten Daten und auch die Lebensdauer deiner Geräte, vor allem deiner Festplatten haben.
Gerade bei sehr kurzzeitigen "Rülpsern" der Energienetzes, wenn noch beim Ausdrehen der HD der Strom wiederkommt, kommt es gern zu unreparierbaren mechanischen Beschädigungen der HD.

Also, eigene Entscheidung.
Ich selbst würde nie meinen Technikzoo ohne NAS betreiben.

vy 73 de Peter
 
Sorry, vertippt! Peinlich!
Streiche NAS, setze dafür USV (was ja auch deine Frage war).

Ja, eine HD ist sehr anfällig, wenn der Strom ausfällt und gleich wieder kommt. Der Schreib-/Lesekopf schwebt auf einer extrem dünnen Luftschicht. Wenn die Drehzahl abnimmt, schafft es dieser nicht immer bis in seine Landestellung und kratzt über die Scheibe. Und das passiert gerade, wenn die Kraft des Motors gleich wieder einsetzt. (Stark vereinfachte Erlärung).
 
Als meinen letzten Beitrag zu diesem Thema noch eine "Geschichte aus dem wahren Leben":
Als ich vor 26 Jahren in meinen Wohnort - ein kleines Eifeldorf - gezogen bin, habe ich mich als jemand geoutet, der sich "etwas" mit Computern und so ... auskennt. Seit dem bin ich eben der Dorfadministrator. Sehr wichtig für einen "Zugezogenen"!

Unser hoch gelegenes Dorf wird über einen Mittelspannungs-Transformator und drei Mittelspannungstrassen versorgt.
Ab und an kommt es vor, dass ein größerer Vogel beim Landen zwischen die Leiter gerät und mit einem Lichtbogen verendet. Um das tote Tier herunterfallen zu lassen und damit den Lichtbogen zu beenden, schaltet das Netz in einem solchen Fall mehrfach hintereinander AUS und EIN. Also genau das, was gerade für HDs tödlich ist.
Immer dann schaue ich nach, was ich da noch an HDs zu liegen habe, denn die Hilferufe kommen dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit!
Und ich habe in meiner ersten Antwort auch vergessen zu sagen, dass es während Schreibvorgängen beim Stromausfall auch schnell mal zu Inkonsistenzen im Dateisystem kommen kann - selbst bei modernen Betriebssystemen. Und dass es nicht nur in Rechenzentren, sondern auch bei fast allen beruflichen IT-Anwendungen selbstverständlich ist, eine USV zu benutzen. Und, wie schon geschrieben, es ist deine Entscheidung!
 
Ich habe aber RAID 1.
Ist nach meiner Meinung keine Datensicherheit - wenn Mist geschrieben wird, dann eben gleich auf beide Platten.
Eine USV zur Absicherung von Spierenzchen im Stromnetz erachte ich als unerlässlich.
Zusätzlich überbrücke ich damit die Umschaltung meiner PV auf Backup-Betrieb, wenn Netzausfall (ok, ist eben persönlicher Sonderfall)
 
Raid1 erhöht auch nur die "Verfügbarkeit" und ist somit auch kein "Backup". Wenn man es "einfach" halten will, externe USB-HDD (im besten Fall bitte ein ext. Gehäuse + HDD und kein "HDD ist an Controller angelötet"), darauf - nach Bedarf - eine Sicherung vornehmen und die USB-HDD dann "abstöpseln" - wäre so die einfachste Form einer Sicherung.
 
Raid1 erhöht auch nur die "Verfügbarkeit" [...]
Das gilt grundsätzlich für alle "echten" RAID-Level - ich klammere hier RAID 0 aus, weil das der einzige RAID-Verbund ist, der nach anderen Designprinzipien arbeitet und somit auch kein "echter" RAID-Level für mich ist.

Ziel von RAID ist es NIE Datensicherheit zu erhöhen, sondern ausschließlich Datenverfügbarkeit. In eingeschränktem Maß auch noch technische Datenintegrität (weil es ein Parity bzw. eine Kopie) gibt, die man beim Lesen "vergleichen" kann. Das ist aber nur technische Datenintegrität und keine prozessuale.
 

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