Siehst Du, ist also gut bekannt und hat seinen Grund. Es soll halt nicht so laufen, dass der Inhalt "sofort" angezeigt wird (ob Du willst, oder nicht) und Du Dir mitunter schon direkt etwas eingefangen hast.
Nochmal etwas ausführender... Wie Du gemerkt hast, ist das alles "relativ" zu betrachten. Wirklich "schlimm" sind - meiner bescheidenen Meinung nach - hingegen Sicherheitslücken, welche "öffentliche erreichbare" Dienste betreffen und keinerlei Authentifizierung benötigen. Es gibt sogenannte Security-Feeds, wo - je nach Filterung - mehr oder weniger viele News über Sicherheitslücken veröffentlicht werden. In der Regel bekommst Du davon aber nichts mit, nur Dein Betriebssystem meldet irgendwann "Updates verfügbar".
Man muss halt auch immer unterscheiden, ob sich die Lücke a) remote oder lokal (direkt auf dem Gerät) ausführen lässt und b) ob man dazu angemeldet (authentifiziert) sein muss, oder nicht. Zudem kommen oftmals noch bestimmte Rahmenbedingungen hinzu (gefährlich ist nur Software-Version XY oder darunter, bei aktuelleren Versionen besteht das Problem nicht).
Hier mal ein Beispiel:
wid.cert-bund.de - [WID-SEC-2026-3609] Apple iOS, iPadOS, macOS Tahoe und Sequoia: Schwachstelle ermöglicht Codeausführung. Das ganze hat schon eine recht hohe Bewertung (gefährlich). Auf der rechten Seite siehst Du einen Kasten, welche Version betroffen ist, z.B. iOS in Version 26.7.1 oder älter. So garnicht schön ist nun der Anfang der Beschreibung:
Ein entfernter, anonymer Angreifer...
Das ist immer ganz schlecht, denn es heisst: Der Angreifer muss nicht schon auf Deinem Gerät sein, kann sich auch im gleichen Netz befinden. Angemeldet muss der Angreifer bei Deinem System auch nicht sein. Also "irgendwer im gleichen Netz". Auch nicht schön ist der Schluss:
...um beliebigen Programmcode auszuführen.
Bedeutet: Der Angreifer kann quasi machen was er will, Malware nachinstallieren, Dateien löschen, usw.
Jede Sicherheitslücke bekommt i.d.R. eine CVE-Kennung, hier wäre es die CVE-2026-86950. Damit kannst Du auch die Suchmaschine Deines Vertrauens füttern und schauen was Du noch an zusätzlichen Informationen bekommen kannst.
Unter "Informationen" findest Du nun 3 Meldungen (alle von support.apple.com), aufgeschlüsselt nach Betriebssystemen (sieht man leider erst, wenn man einen Link angeklickt hat). Wir bleiben aber mal beim Beispiel von iOS, das wäre dann jener hier:
https://support.apple.com/de-de/149226 (habe den Link mal auf Deutsch gestellt).
Nun ist hier auf einmal die Rede von "CoreGraphics". Was ist das jetzt - es war ja vorher die Rede von iOS? CoreGraphics gehört mit zu iOS und ist eine 2D-Rendering-Engine, sprich: Das Ding ist für alles verantwortlich, was Du auf dem Bildschirm siehst (solange es nicht 3D ist). Es ist also etwas, was Dir Dinge anzeigt (inkl. Text, usw.).
Nun steht oben im verlinkten Apple-Link folgendes:
Auswirkung: Die Verarbeitung einer in böser Absicht erstellten Datei kann zur Ausführung von willkürlichem Code führen.
Das ist schon so ziemlich genau das, was ich vorhin beschrieben hatte. Allerdings scheint der Angriff auch nicht ganz so einfach zu sein, von daher nach der Zusatz:
Apple hat Kenntnis von einer Meldung erlangt, dass dieses Problem durch einen äußerst ausgefeilten Angriff auf bestimmte Zielpersonen in iOS-Versionen vor iOS 27 ausgenutzt worden sein könnte.
Das spricht eigentlich eher wieder für die Villa von Max Mustermann (s.o.).
Wie dem auch sei... Sicherheitslücken gibt es immer und überall. Der "übliche" Weg auf Deinen Router würde auch nicht durch ein gehacktes WLAN führen, sondern - ganz einfach und banal - über Deinen Client. Von der Internet-Seite aus macht es gar keinen Sinn, weil der Router sowieso direkt alles wegwirft, was nicht vorher von innen angefordert wurde, da rennt man also gegen eine Mauer (hat man auch keine Lust drauf). WLAN hacken ist theoretisch machbar, je nach Passwort-Komplexität nimmt sowas aber viel zu viel Zeit und Ressourcen (und somit Geld) in Anspruch.
Wenn Dich das Thema mit den Sicherheitslücken interessiert, so hat Apple dafür auch eine Seite:
support.apple.com - Apple-Sicherheitsupdates und -maßnahmen.
Trifft sowas nun auf einen öffentlich erreichbaren Dienst zu - sagen wir mal einfach "eine Sicherheitslücke in einem Webserver", welche dazu führt, dass dort die Dateien verändert werden können, wird sowas i.d.R. dazu führen, dass z.B. Malware verteilt wird, manipulierte Bilder eingefügt werden, etc. Das für sich ist ja schon ein Schaden, allerdings auf der Seite des Betreibers. Richtig blöd läuft es dann, wenn diese Seite viele Besucher hat und zum aktuellen Zeitpunkt dann noch Sicherheitslücken in Browsern existieren (welche ggf. auch noch garnicht bekannt sind, oder wofür die Updates noch nicht vorhanden (oder installiert) sind). Da kann es dann halt ziemlich schnell gehen, dass sich etliche Leute etwas einfangen.
Aber ich sag mal so: Ist ein bisschen wie beim Auto fahren. Sicher bist Du nie. Du weisst auch nie - wenn Du Dich grade auf die Strasse begibst - ob da nicht grade einer völlig am Rad dreht und Dich auf der Autobahn einfach mal ein Stück mitnimmt, oder sonstwas. Daher gilt in der IT, ebenso wie im Strassenverkehr, "umsichtig und vorsichtig" handeln. Heisst nicht, dass man permanent Sorge haben muss (hast Du ja beim Auto sicherlich auch nicht), aber halt schon mit Verstand agieren
