Minirouter für unterwegs

Ich hänge die ganze Nacht am Wlan, eine wohl schlechte, aber eben eine Gewohnheit. Sodass ein potenzieller Hacker im Nebenzimmer alle Zeit der Welt hat, mein Mini-Router-Wlan zu knacken.

Was mir nicht ganz klar ist: was kann der eigentlich tun was er nicht in seinem eigenen tun will, ausser irgendwelche kriminelle Machenschaften?

Aber vielleicht mache ich es vorsichtshalber wie auf der letzten Reise: ich verzichte auf das Wlan und mache nur offline Sachen im iPad.

Und ein kräftiges Passwort werde ich schon wählen.
 
was kann der eigentlich tun was er nicht in seinem eigenen tun will
Über Deine Internetverbindung surfen, den Router komprimitieren und bei Deinen Endgeräten wird man es vermutlich auch versuchen.

Sodass ein potenzieller Hacker im Nebenzimmer alle Zeit der Welt hat, mein Mini-Router-Wlan zu knacken.
Ich empfehle vielleicht nochmal #60 zu lesen (inkl. verlinkter Dinge)... "alle Zeit der Welt" ist es zum einen nicht, zum anderen... selbst wenn ein Angriff läuft... und selbst wenn man genügend Pakete mitschneidet... Es muss noch immer das Passwort erlangt werden und das dauert. Weil Du halt "irgendwer" bist (und somit i.d.R. auch nicht interessant genug), wird sicherlich niemand hingehen und etliche Euros in irgendwelche Cloud-Rechenkapazitäten stecken, nur um das Passwort von "Deinem" WLAN zu bekommen.... Ich würde mal behaupten, dass - wenn so ein Fall eintreten sollte (was ich persönlich eher zu 99,999% ausschliessen würde) und jemand Geld in die Cloud steckt... bis das Passwort da ist, bist Du schon längst wieder weg.

Ich sag mal so... ich bin beruflich auch in der IT unterwegs und mir ist es noch nie untergekommen, dass ein WLAN eines mobilen Routers (oder Smartphones) gehackt wurde. Dazu muss man auch sagen: Nur weil jemand in Deinem WLAN ist, heisst es auch noch lange nicht, dass nun direkt Zugriff auf die Endgeräte besteht. Kann es aber einfacher machen, z.B. Dinge bzgl. des Internetverkehrs zwischen externen Zielen und Deinen Endgeräten abzugreifen, aber auch das geht nicht "einfach so" und ist oftmals auch mit Auffälligkeiten verbunden, also von daher... Kirche vielleicht mal im Dorf lassen 🙃

EDIT: Gesunder Menschenverstand reicht i.d.R. schon um den Großteil aller Bedrohungen auszuschliessen 😉
 
Danke für deine weisen und beruhigenden Aussagen!
Gesunder Menschenverstand hat seine Grenzen und geht ins Leere wenn es um Materie geht in der man sich nicht so gut auskennt!
Und ich bin mit Sicherheit erstens ein Irgendwer für einen Angreifer und nicht interessant genug um sich die Mühe zu machen, außer man ist auf der Suche nach einer Verbindung für kriminelle Machenschaften.
 
Sorry, aber du hast irgendwie die falsche Einstellung.
Wenn du permanent Panik und Bedenken hast, dass jemand deine Handys, Tablet oder Router hacken könnte, ist die Urlaubserholung doch gleich für den Popo. :unsure:

Wie wäre es mit einem guten Buch und Digital Detox in den Ferien?
 
Gesunder Menschenverstand hat seine Grenzen und geht ins Leere wenn es um Materie geht in der man sich nicht so gut auskennt!
Ja, ist beides richtig, aber... ich denke Du verstehst da etwas grundlegendes nicht so richtig: Es ist eben kein "Du stellst einen Kuchen zum Abkühlen im Erdgeschoss auf die Fensterbank und lässt das Fenster offen an einer sehr belebten Strasse und verlässt danach den Raum.". In diesem Szenario kann man sich halt sehr gut vorstellen, dass der Kuchen schnell weg, oder angeknabbert ist. So ist es aber bei Dir nicht. Wie ich schon sagte, knackt man ein WPA2-Netzwerk mit langem Passwort nicht "mal eben". Mir scheint Du hast da eine extrem falsche Vorstellung von. Selbst wenn es jemand in Dein WLAN schaffen sollte (was ich im Zeitraum eines Urlaubes eher für ziemlich unrealistisch halte), so hat man noch lange keinen Zugriff auf Deine Endgeräte. Zum einen haben die Endgeräte i.d.R. eine Firewall. Zum anderen stellen die Endgeräte i.d.R. auch keine Dienste nach aussen bereit (haben die Dienste Sicherheitslücken, "könnte" das zu einem Problem werden - da aber keine Dienste nach aussen offen sind -> kein Problem).

Was aber - definitiv und immer wieder - ein riesen Problem ist (das müssen auch die großen Konzerne erfahren, welche teilweise Millionen für die IT-Sicherheit ausgeben)... das wäre der Faktor "Mensch". Unbedacht den Anhang einer Mail geöffnet, oder dort auf einen Link geklickt, im schlimmsten Fall noch irgendwelche "Anweisungen" ausgeführt und schon ist das Kind in den Brunnen gefallen.

Deswegen ja: In allererster Linie: Gesunder Menschenverstand. Andere Beispiele - z.B. gekapertere Mailkoten - ein Familienmitglied oder Bekanntschaft schickt Dir eine Mail, wo Du - warum auch immer (dringende OP, im Ausland beklaut und kein Geld mehr, Strafkaution, usw.) - z.B. 20.000€ ganz schnell auf ein Konto im Ausland überweisen sollst. Sogar vom richtigen E-Mail-Konto! Würdest Du das einfach so "blind" überweisen, oder würdest Du doch erstmal "telefonisch" nachfragen? Anderes Beispiel: Dein Chef (falls Du selber einer bist - dann einer Deiner Kunden) schickt Dir eine Mail mit einem Link zu seinen neusten Urlaubsfotos... klickst Du drauf?

Auch recht verbreitet... Cloudflare (hast Du ja bestimmt schon mal gehört)... Da gibt es teilweise auch Captcha-Abfragen (ob Du ein Mensch bist). Oftmals sind dann irgendwelche Rätsel zu lösen. Da gibt es so einen "Fake" namens "ClickFix". Eine Website kopiert Inhalt in Deine Zwischenablage. Du wirst unter Windows aufgefordert WIN+R zu drücken ("Ausführen"-Fenster) und danach via STRG+V (Zwischenablage einfügen) den Inhalt aus der Zwischenablage einzufügen und dann auf ENTER zu drücken. Würdest Du sowas machen? (Gibt es bestimmt auch für den Mac, hab ich aber noch nicht gesehen.)

Also der Otto-Normal-Verbraucher kann schon "extrem" sicher leben (für seine Verhältnisse). Zumal ist er i.d.R. auch kein lohnenswertes Angriffsziel, sondern eher nur "Beifang" von extrem breit gestreuten Kampagnen.

Ich kann mich da auch nur wiederholen (wie ich es schon so oft gesagt habe)... eigentlich gibt es nur 2 Arten von solchen Strategien - ich halte es mal analog:

Variante 1) Du willst was klauen. Was und wo ist Dir egal, aber einfach soll es sein. Wir haben eine Strasse mit Häusern. Irgendwo hier muss was zu holen sein. Was machst Du? Du läufst einfach alle Häuser ab und schaust nach offenen Fenstern (natürlich nur im Erdgeschoss), soll ja "einfach" sein und mit wenig Aufwand verbunden sein. Welches Haus? Ist Dir völlig egal, hauptsache es kommt etwas in den Beutel. Mit etwas Glück, könnte es sich sogar richtig lohnen (z.B. die Münzsammlung von Bernd Beispiel).

Variante 2) Du willst wieder etwas klauen, aber dieses mal hast Du ein vorgegebenes Ziel. Die Villa von Herrn Mustermann. Benötigt wird ein Objekt aus dem 3. Stock (eine Vase). Die Villa ist gut gesichert mit Videoüberwachung, Alarmanlage, Schutzpersonal und Wachhunden. Irgendwie musst Du einen Weg hinein finden und in den 3. Stock gelangen. Vase abgreifen und dann auch wieder mit der Vase rauskommen. Diese Nummer ist also schon deutlich sportlicher und überhaupt nicht mehr "einfach".

Genauso verhält es sich in der IT. Entweder bist Du ein explizit ausgewähltes Ziel, dann fangen definitiv die Probleme an. Wenn nicht, kriegst Du halt nur Grundrauschen mit. Hier mal eine Mail von einem nigerianischen Prinzen, da mal eine Website, welche Dir suggiert, dass Dein Rechner total verseucht ist und Du "zwingend jetzt und sofort" ein Bereinigungstool herunterladen und installieren sollst. Naja, die üblichen Dinge halt. Da hilft aber halt "Nicht blind klicken, Kopf einschalten und erstmal drüber nachdenken".

Also insofern denke ich, dass Du "alles in allem" schon ganz gut aufgestellt bist 😉

EDIT: Ganz vergessen: Sicherheitslücken gibt es natürlich auch in Client-Software, z.B. Browsern. Wenn es richtig besch..eiden kommt, brauchst Du nur die falsche Website aufrufen (oder das falsche Werbebanner wird ausgeliefert) und mitunter war es dann schon, von daher: Besser immer noch irgendwo ein Backup haben 🙃
 
Danke für die ausführlichen und anschaulichen Ausführungen!
Anderes Beispiel: Dein Chef (falls Du selber einer bist - dann einer Deiner Kunden) schickt Dir eine Mail mit einem Link zu seinen neusten Urlaubsfotos... klickst Du drauf?

Da würde man aber, wenn es sich um eine Person handelt die man gut kennt, fürchte ich, darauf klicken.
Gestern hat meine Schwägerin meiner Frau Fotos von Rom geschickt, und sie hat sie sich angeschaut.
Und das Risko, ob mit den Haaren herbeigezogen oder nicht, sehe ich eigentlich nicht so sehr im Abgreifen von Daten von meinem Gerät, sondern in der kriminellen Nutzung der Verbindung über meinen Router.
 
Da würde man aber, wenn es sich um eine Person handelt die man gut kennt, fürchte ich, darauf klicken.
Naja, je nachdem halt... wenn es ein Link ist, kann man schon erstmal schauen, was sich für eine URL dahinter verbirgt. Ist es irgendwas dubioses, sollte man halt nicht klicken. Das mit der "bekannten Person" ist halt so eine Sache, läuft unter dem Ausdruck "Social Engineering", das BSI hat dazu auch einen Artikel veröffentlicht: bsi.bund.de - Social Engineering – der Mensch als Schwachstelle. Wenn z.B. mal das Mailkonto Deiner Schwägerin komprimitiert wurde, offenbaren sich dadurch auch persönliche Verhältnisse, welche dann auch entsprechend ausgenutzt werden können (fängt z.B. schon mit der - für euer Verhältnis typische - Anrede an, etc.).

Und das Risko, ob mit den Haaren herbeigezogen oder nicht, sehe ich eigentlich nicht so sehr im Abgreifen von Daten von meinem Gerät, sondern in der kriminellen Nutzung der Verbindung über meinen Router.
Naja, wenn es doof läuft, wird Dein Zugang halt gesperrt. Was z.B. schon öfters vorgekommen ist (und bis heute auch noch Bestand hat)... Person X hat einen Rechner und einen Router. Fängt sich irgendeine Malware auf dem Computer an. Diese Malware verschickt nun tausende von E-Mails. Der Provider erkennt ein ungewöhnliches Verhalten und blockiert den Port für den ausgehenden Mailverkehr und informiert den Kunden darüber.

Ich sag mal so... da noch längst nicht alle Geräte WPA3 unterstützen, kommt man um das Thema WPA2 auch nicht herum. Viele IoT-Geräte unterstützen auch kein WPA3 und sowas läuft ja meist in heimischen Gefilden, sprich das WLAN ist an 365 Tagen im Jahr vorhanden. Wäre dem so, wie Du hier anscheinend denkst, hätten "alle" massive Probleme - haben sie aber nicht - ist vielleicht auch mal einen (oder zwei) Gedanken wert :) Was früher mal etwas verbreiteter war: Wardriving. Heutzutage macht sich da aber eigentlich eher niemand mehr die Mühe, es sei denn natürlich, dass man ggf. ein fest definiertes Ziel hat (s.o.).

Also nur weil irgendwo irgendwann mal ein WLAN für 2 Wochen ausgestrahlt wird... ne lass mal stecken, auf sowas hat doch keiner Bock 😁 Vielleicht macht man sich die Mühe, aber bis es soweit ist, bist Du halt schon längst wieder weg. Das ist weder verhältnismässig (Aufwand), noch realistisch (WLAN bleibt halt nur solange dort, wie Du Dich dort aufhälst, danach ist es "weg" = Aufwand völlig umsonst).
 
Aber WPA3 ist ja auf jeden fall sicherer als WPA2 und nach Möglichkeit soll man einen Router nutzen der das kann, der TP-Link kann das nicht, aber der von Aldi, wenn ich mich nicht verlesen habe.

Übrigens hat meine Frau mir eben gesagt, dass sie die Fotos über WhatsApp bekommen hat. Gibt es auch in diesem Fall ein Risiko?
 
Wenn es manipulierte Bilder sind mitunter schon. Da muss aber eine entsprechende Sicherheitslücke beim Bildbetrachter vorhanden sein, womit sich mitunter Rechte ausweiten lassen und man so Zugriff auf das Gerät erhält.

Ich sag mal so: Sowas ist mir vor 20 Jahren oder so auch schon mal passiert. Firefox-Lücke, ich war auf einer "normalen" Seite (also nichts verwerfliches), an der rechten Seite wurde Werbung angezeigt (hat halt immer gewechselt). Auf einmal macht es Schwups und dann war es schon vorbei. Grund war die Kombi aus Firefox-Sicherheitslücke + manipulierter Inhalt in der Werbung auf der Website. Einen Tag später war die Firefox-Lücke auch geschlossen, hat mir nur zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr geholfen. Daher auch immer zeitnah (Sicherheits-)Updates installieren.

Heisst nun aber nicht, dass man direkt alle Bilder verteufeln soll (wäre ja auch ein wenig abstrus), Bilder zu verschicken gehört ja bei vielen heutzutage auch eher zum Alltag und das ist auch in Ordnung. Es hat aber halt auch einen Grund, warum viele Mailclients z.B. hingehen und Bilder (und auch externe Inhalte, welche in Mails eingebettet sind) initial garnicht anzeigen, sondern erst nach einer zusätzlichen Bestätigung (hast Du vielleicht schon mal gesehen).
 
Sehe ich permanent wenn ich eine Mail auf Posteo.net erhalte.

Dieser billige Aldi Router ZTE U10 kann tatsächlich WPA3, der TP-Link M7350
von der bekannten Marke TP-Link nicht. Erstaunlich!
 
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