Bitte Erklärung zum Datendurchsatz vs. gemessener Geschwindigkeit

slenderbln

New member
Hallo in die Runde. Ich habe mir einige Tutorials zu Positionierung von Routern/ Repeater sowie zu den Funktionen von FritzApp Wlan angesehen, weiß aber trotzdem nicht, wie ich die Angaben zum Datendurchsatz interpretieren soll. Ich wohne in einem Reihenhaus EG/ 1. und 2. OG habe habe im 1.OG (zentraler Punkt) eine Fritzbox 6690 aufgestellt. Diese ist mit 2 Repeatern - 1.OG und EG - zu einem Mesh verbunden (1200ax) Wenn ich mich mit der iOS FritzApp Wlan (iPhone) im Haus bewege, dann verbindet sich das iPhone automatisch mit dem nächstliegenden Access Point. Über die Funktion "WLAN messen" kontrolliere ich den Datendurchsatz, der in der Regel um die 250 Mbit/s liegt. Wenn ich aber mit der App Breitbandmessung oder AVM Zack messe, kann kommen z.B. bei der Verbindung im EG mit dem Repeater gerade mal 2 - 3 Mbit/s an.

Meine Fragen: Was bedeutet denn dann der Datendurchsatz von 250 MBit/sec als Ergebnis der Messung? Und was bedeutet der (schwankende) Verbindungswert unter "Mein WLAN"?

Danke für jede Hilfe.
 

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Hi :)

Grundsätzlich stellt sich die Frage mit welcher Gegenstelle bei "WLAN messen" gearbeitet wird (das kann ich Dir leider auch nicht sagen, AVM müsste es wissen). Entweder wird die Verbindung zwischen Client und Accesspoint gemessen (was ich für sehr wahrscheinlich halte), oder ggf. auch die Verbindung zwischen Clients und Fritzbox (ggf. Mesh-Master). Das wäre also eine rein "interne" Geschwindigkeit.

Beispielhaft (da ich nicht genau weiss, wie es aussieht und Du nichts von "LAN-Bridge" bzgl. der Repeater erwähnt hast) könnten das beispielhaft folgende Szenarien sein:

Fritzbox <-WLAN-> Client
Fritzbox <-WLAN-> Repeater <-WLAN-> Client
Fritzbox <-WLAN-> Repeater <-WLAN-> Repeater <-WLAN-> Client

Frage wäre hier nach wie vor, mit welcher Gegenstelle hier wirklich gemessen wird... Ist es nur Client zum verbundenen Repeater, wäre z.B. beim letzten Beispiel die Verbindung zwischen den Repeater und die Verbindung zwischen Repeater und Fritzbox völlig aussen vor in der Messung, auch dort könnte es ggf. schon Einschränkungen geben.

Machst Du eine normale Bandbreitenmessung verlässt Du das "interne" Netzwerk und begibst Dich ins Internet. Da kommen dann direkt nochmal haufenweise Faktoren dazu. Der erste - generelle - Faktor (rein intern) wäre z.B. ein Mehrpersonenhaushalt. Du nutzt das interne ggf. nicht allein. Mehrere Personen und mehrere Endgeräte (Rechner, Tablets, Handys, Smarthome, etc.) erzeugen generell mehr Verkehr. Vieles davon nutzt dabei allerdings nicht nur das interne Netzwerk, sondern auch das Internet.

So. während Du jetzt die erste Messung ("WLAN messen") z.B. mit dem Handy vornimmst, sind vllt noch weitere Netzteilnehmer vorhanden. 200+Mbit via WLAN... okay... Die nächste Frage die sich stellt: Was für eine Internetanbindung hast Du überhaupt? Ich gehe hier jetzt einfach mal ganz exemplarisch von 100Mbit aus. Du nimmst jetzt eine Bandbreitenmessung (Internetgeschwindigkeit) vor und kriegst nur 2Mbit.

Heisst, dass irgendwo Bandbreite verloren geht. Allerdings sieht die Strecke hier schon bedeutend anders aus! Ein kleines Beispiel dazu:

Zielserver <-ggf. Kupfer/Glasfaser-> ISP des Zielservers <-Glasfaser-> ISP (usw.) <-Glasfaser-> ISP3 <-Glasfaser-> ISP2 <-Glasfaser-> ISP1 <-Glasfaser-> Dein ISP (Internetanbieter) <-Cable-> Fritzbox <-WLAN-> Repeater <-WLAN-> Client

Du hast also ziemlich viele Stellen auf dem Weg bis zum Ziel und "überall" könnten Probleme auftreten. Um das jetzt erstmal etwas einzugrenzen (auf Probleme in "Deinem" Netz), wäre es sinnvoll, wenn Du so eine Messerung mal a) mit dem Handy direkt im WLAN des "Routers" vornimmst (ohne Repeater dazwischen) und ggf. sogar mal mit einem Laptop/Rechner direkt mit einem Kabel an den Router angeschlossen. Grade bei letzterer Variante fallen auch erstmal alle WLAN-Problemchen raus und die Verbindung zum Router sollte 1000Mbit betragen. Was Du dann messen kannste (ggf. auch ruhig mehrere Messungen durchführen), wäre das, was Dir faktisch zur Verfügung steht (interne Geschwindigkeiten hin oder her).

Kommst Du da bei ein paar Messungen immer auf 100Mbit (wurde oben beispielhaft für die Internetverbindung gesetzt), kannst Du erstmal von 100Mbit ausgehen, welche die WLAN-Clients theoretisch im Internet bekommen sollten. Fakt ist aber, dass wenn sich mehrere Geräte im Netz befinden, alle Geräte irgendwo eine gewisse Bandbreite für sich beanspruchen wollen. So gibt es z.B. auch Geräte, welche automatisch Updates fahren (z.B. von Apps, etc.). Die nehmen sich natürlich während der Download-Zeit der Updates an Bandbreite was sie kriegen können, womit für andere mitunter wieder weniger Bandbreite (Internet) zur Verfügung steht. Hast Du einen ganzen Fuhrpark an Geräten, oder Mitbewohner, welche irgendwelche Dinge herunterladen, wirst Du sowas auch "sehr" deutlich bei einer Bandbreitenmessung merken.

Als kleines "Extra" oben drauf, kommt noch die Tatsache hinzu, dass Cable-Internet gern mal Problemchen macht (zumindestens ist das meine bisherige Erfahrung). Das merkt man dann gerne in den Abendstunden. Also alles in allem... es gibt viele Faktoren, für Dich wichtig wäre erstmal zu klären, wie sich das intern verhält, von daher die Messung "direkt" an der Fritzbox. Grundsätzlich kannst Du es auch erstmal aufteilen:

- Messung direkt an Fritzbox (intern+extern)
- Messung an 1. Repeater (mit Fritzbox verbunden, intern + extern)
- Messung an 2. Repeater (mit 1. Repeater verbunden, intern + extern)
- usw.

Somit kriegst Du erstmal aussagekräftige Zahlen für den "internen" Teil. Extern ist dann nochmal eine ganz andere Geschichte. Dabei aber die anderweitigen Netzteilnehmer nicht vergessen. Hast Du einen 24/7-Downloader im Haushalt, dürfte es etwas problematischer mit vernünftigen Internetbandbreiten für andere Netzteilnehmer werden 🙃
 
Wow! Herzlichen Dank für diese ausführlichen Erläuterungen und dass Du Dir die Zeit dafür genommen hast. Ich habe schon geahnt, dass diese Werte eher etwas mit dem internen Netz zu tun haben. Das Szenario hier ist nach meinem Verständnis das zweite: Fritzbox (Vodafone Kabel 250 MBit/s) <-WLAN-> Repeater <-WLAN-> Client. Ich bekomme den Wert für die Verbindung zwischen der Fritzbox und dem Repeater (WLAN-Brücke) sowie den Wert zwischen Repeater und Client angezeigt.

Ich habe noch weitere interessante Informationen gefunden: Zum Beispiel die grafische Aufbereitung der mittleren Auslastung des verwendeten Funkkanals, sowie die Belegung der WLAN Kanäle. Wenn man sich bei ersterem anschaut, dass die Auslastung meistens zwischen 60 und 80% liegt, kann man sich schon vorstellen, dass das nicht mehr viel für einen übrigbleibt. Auch die Kanäle sind allesamt gut genutzt.

Noch eine Frage am Rande: Du schreibst bei Deinen Vorschlägen zu den Messungen "2. Repeater mit 1. verbunden". Ich dachte, die Repeater verbinden sich immer automatisch mit der Fritzbox. Oder würde sich ein 2. Repeater, der zu weit von der Fritzbox entfernt, aber dafür näher am 1. Repeater wäre, dann mit automatisch mit diesem verbinden?

Nochmals danke für Zeit und Mühe. Ich weiß diese ganzen Werte jetzt viel besser einzuordnen. Hab’ einen guten Start in die neue Woche!
 
Wenn man sich bei ersterem anschaut, dass die Auslastung meistens zwischen 60 und 80% liegt, kann man sich schon vorstellen, dass das nicht mehr viel für einen übrigbleibt. Auch die Kanäle sind allesamt gut genutzt.
Das ist auch so ein typischer Punkt, weshalb ich persönlich WLAN immer nur für unwichtige Sachen nutze.
Man hat einfach keine verlässlichen Bandbreiten. Gerade wenn man, wie auch ich, in einer Stadt wohnt und die FritzBox >60 fremde Funknetze "sieht". Die Kanäle werden ja nicht mehr und auch nicht breiter. Sondern es wird einfach nur ein größerer Verteilungskampf darum.

Und wenn Du, wie Du schon sagst eine Kanelauslastung von 60-80% hast, dann kannst Du auch im Durchschnitt 60-80% der theoretischen Kanalbandbreite "abschreiben", weil die "ein Anderer" nutzt.
 
Noch eine Frage am Rande: Du schreibst bei Deinen Vorschlägen zu den Messungen "2. Repeater mit 1. verbunden". Ich dachte, die Repeater verbinden sich immer automatisch mit der Fritzbox. Oder würde sich ein 2. Repeater, der zu weit von der Fritzbox entfernt, aber dafür näher am 1. Repeater wäre, dann mit automatisch mit diesem verbinden?
Ein Repeater kann sich auch mit einem anderen Repeater verbinden, so isses nicht, ist dann halt ggf. noch wackeliger... Ich vergleich WLAN und LAN immer ganz gern mit Strassen... Schotterpiste (WLAN) vs. Autobahn (LAN), da WLAN wesentlich störanfälliger ist.

Router <-WLAN-> Repeater <-WLAN-> Client
Router <-LAN-> Repeater <-WLAN-> Client

Im oberen Fall hast Du schon die "typischen" WLAN-Probleme zwischen Router und Repeater (+Client). Beim unteren Beispiel kommt das Signal zumindestens uneingeschränkt via Kabel bis zum Repeater (Repeater-Modus "LAN-Bridge"). Das Gegenstück dazu wäre folgendes:

Router <-WLAN-> Repeater <-LAN-> Client

In diesem Konstrukt (Repeater-Modus: "WLAN-Bridge") ist der Client zwar via LAN verbunden (i.d.R. 1GBit), dennoch wird der Client nur die Bandbreite bekommen, welche über die WLAN-Strecke möglich ist (der Teil zwischen Router und Repeater, auch wenn der Client aufgrund seiner verkabelten Verbindung 1Gbit anzeigen wird).

Also bei mir heisst es in Sachen WLAN immer: Wenn es halbwegs vernünftig laufen soll - soviel der notwendigen Strecke verkabeln. Sowohl beruflich als auch privat wird das hier so umgesetzt, sieht dann ungefähr so aus:

Code:
                        <-LAN-> Accesspoint <-WLAN-> Clients
                      /
Router <-LAN-> Switch - <-LAN-> Accesspoint <-WLAN-> Clients
                      \
                        <-LAN-> Accesspoint <-WLAN-> Clients

Heisst, im besten Fall reicht die Verkabelung bis zum Accesspoint/Repeater und das einzige Stück WLAN besteht zwischen Accesspoints und Clients. Allerdings ist das a) nicht immer machbar und b) mitunter auch eine finanzielle Frage. Der Teil zwischen Switch und Accesspoint sieht dabei meist noch so aus:

Switch <-Patchkabel-> Patchfeld <-Verlegekabel-> Netzwerkdose <-Patchkabel-> Accesspoint

So ist es zumindestens bei mir in 99,9% aller Fälle und privat hab ich es auch so laufen. Ist natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden so ein Konstrukt, aber wenn man dennoch die Möglichkeit hat, zwischen Router und Repeater ein Kabel zu platzieren, wäre das meiner Meinung nach schon empfehlenswert... normales Kabel hinter Fussleisten, oder ein flaches Kabel unter den Teppich, oder irgendwas in diese Richtung halt. Somit ist "dieser" Teil der Strecke dann schon mal relativ verlustfrei erledigt und am Ende geht es nur noch um das kleine Stückchen zwischen Accesspoint und Client. :)
 
Router <-WLAN-> Repeater <-WLAN-> Client
Der zusätzliche negative Aspekt in dieser Konstellation hierbei ist, dass ein halb-duplex Medium zweimal belegt wird.
Im klassichen WLAN-Repeater-Betrieb muss der Repeater auf dem gleichen WLAN-Kanal arbeiten wie der Router selbst.

Client C sendet auf Kanal A seie Daten an den WLAN-Repeater W. Der WLAN-Repeater W empfängt die Pakete und puffert sie komplett. Schließlich muss der WLAN-Repeater W warten bis der Kanal A von Client C frei gemacht wurde. Anschließend muss nun der WLAN-Repeater W für eine zufällige Zeit weiter den Kanal A abhören. Hat er in dieser Zeit keine weiteren Sendungen von irgendwem auf Kanal A gehört, darf er nun selbst den Kanal A belegen und sendet nun die Daten von Client C auf Kanal A zum Router R.
Im Endeffekt wurden nun dadurch sogar das doppelte Datenvolumen von der Bandbreite des Mediums verwendet sowie auch für die doppelte zeitliche Dauer das Medium belegt.

Das ganze passiert natürlich im Milisekundenbereich. Aber es ist trotzdem deutlich langwieriger als bei einem LAN-Repeater oder einen WLAN-Repeater mit Cross-Band-Repeating. Wobei auch hier der LAN-Repeater in der Regel "gewinnt". Der kann nämlich unmittelbar das empfangene Datenpaket über sein full-duplex Medium an den Router weiterreichen. Beim Cross-Band-Repeating geht das zwar theoretisch auch, das sofortige Weiterleiten auf dem anderen Band, aber das ist auch nur ein halb-duplex Medium und könnte parallel belegt sein.
 

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