Windows 11 Reparatur

Barungar

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Hallo zusammen,

ich dachte mir, ich berichte mal von meinem kürzlichen Problem mit meinem "Wind**f". Es begann gestern (12. Juli 2022) am Microsoft Patchday. Das neue Update KB5015814 wollte sich nicht installieren lassen und blieb hartnäckig bei Fehler 0x80070057 ... Ich mag es nicht, wenn sich Updates nicht installieren lassen, also habe ich mit den (mir) bekannten Mitteln versucht das Problem zu beheben.

1) C:\Windows\SoftwareDistribution
Das ist eine Erfahrung, die ich noch auf alten Zeiten habe, dass man das Windows Update oft wiederbeleben kann, wenn man es einmal "neumacht". Also den Windows Update Dienst gestoppt und einmal das komplette Verzeichnis gelöscht. Anschließend den PC neustarten. Beim Neustarten erkennt der Windows Update Service dann, dass "alles weg" ist und beginnt seine Struktur neu anzulegen. Mit dem Unterschied, dass er dann erst einmal nichts mehr vom PC weiß. Das folgende Abrufen von Updates dauert dann auch meist länger, weil er sozusagen bei "Null" anfangen darf.
In meinem Windows Update Problem war es --> keine Lösung

2) Windows Update Problembehebung
Machen wir es kurz, wie fast jeder "automatische Wizard" von Microsoft ... es rödelt auf dem PC rum und ist nutzlos.
In meinem Windows Update Problem war es --> keine Lösung

3) sfc /scannow
Aus einer Komandozeile (CMD) mit Administratorrechten aufgerufen, überprüft dieses Tool die "wichtigen" Dateien von Windows und versucht sich auch gleich an einer Reparatur. Das Tool hat in der Tat auch zwei "beschädigte Dateien" gefunden und diese berichtigt. Ein Neustart des PCs und mit anschließender erneuter Ausführung brachte keine Fehler mehr.
In meinem Windows Update Problem war es --> keine Lösung

4) dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth
Das ist das nächst schwere Geschütz, wenn es darum geht, Windows in seiner Konsistenz zu retten. Das Tool findet auch wieder Windows-Dateien, die nicht dem Sollzustand entsprechen, versagt aber in der automatischen Reparatur kläglich. Es gibt noch den Hinweis auf eine offline Reparatur, aber lässt einem mit diesem Hinweis auch allein.
In meinem Windows Update Problem war es --> keine Lösung

5) dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth /Source:wim:F:\sources\install.wim
Bei der offline Reparatur wird zusätzlich das Installationsmedium, entweder als optischer Datenträger, als USB-Stick oder als gemountetes ISO benötigt. In meinem Fall habe ich die ISO-Datei einer frisch bei Microsoft heruntergeladenen ISO von Windows 11 verwendet. Auch diesmal rennt das Tool los, kommt zur gleichen Erkenntnis und scheitert trotz seiner eigenen Angaben, es mit Hilfe eines Windows 11-Mediums zu reparieren.
In meinem Windows Update Problem war es --> keine Lösung

6) F:\setup.exe
Nach etwas Google wurde als "ultima ratio" die In-place Neuinstallation empfohlen. Also gesagt, getan. Da ich die ISO-Datei vom letzten Versuch mit dism noch gemountet hat, also direkt mal auf die setup.exe geklickt. Durch die Menüs geklickt und dann eine Neuinstallation mit "Beibehaltung der Apps und Daten" angestoßen. Diese Installation lief gefühlt ewig, heißt länger als eine "saubere Neuinstallation" und auch länger als ein Upgrade auf eine neue Windows-Version. Vom Ablauf fühlte es sich nach einem Zwischending zwischen "sauberer" Neuinstallation und Windows Upgrade an.
In meinem Windows Update Problem war es --> die Lösung!

Mein Windows Update geht wieder, sogar sfc und dism sind nun happy. Keines der Tools findet mehr beschädigte Komponenten.
Diese Erfahrung war nun auch für mich das erste Mal in dieser Art. Aber bei "Wind**f" lernt man immer was Neues. :D

P.S.: Wo ich jetzt gerade mal wieder eine "frische" In-place Installation habe, läuft gerade die Image-Erstellung des PCs. Damit man dann vermutlich deutlich schneller an diesen (so weit ich sagen kann) konsistenten Systemzustand zurückkehren kann.
 
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blurrrr

Well-known member
Willkommen in meiner Welt, bis auf eine Tatsache, hier werden definitiv niemals Dinge direkt am Patchday installiert (ausser ohne diese geht die Welt unter). Weisst schon... "Der frühe Vogel fängt den Sturm." und so 😁
 

UdoAA

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Hmm, ist für mich vor allen Dingen ein Hinweis, dass Windows 11 noch nicht für die breite Öffentlichkeit stabil genug ist.
Daher warte ich auch noch bis frühestens nächstes Jahr, bis ich das auf meine Büchsen draufziehe.
 

blurrrr

Well-known member
dass Windows 11 noch nicht für die breite Öffentlichkeit stabil genug ist
1) Sieht Microsoft das anders
2) Muss man nicht jedes Update "sofort" installieren

Die Home-User sind halt die Beta-Tester und können da nur schwerlich was gegen tun, ab der Pro-Version lässt sich das Update-Verhalten aber via Gruppenrichtlinien konfigurieren (bei nicht-Domänen-Rechnern erreicht man die GPOs via "gpedit.msc"). Qualitätsupdates lassen sich um bis zu 30 Tage verzögern, Feature-Updates um bis zu 365 Tage. Grundsätzlich (sofern die Hütte nicht völlig brennt) ist es schon empfehlenswert, durchaus ein paar Tage mit den Updates zu warten.

1657714208493.png

So kann man a) schauen, welche Probleme sich auftun und b) gibt man dem Hersteller auch noch Zeit, um die Updates ggf. wieder zurückzuziehen (ist jetzt auch nicht unüblich, das veröffentliche Updates wieder zurückgezogen werden) 🙃
 

UdoAA

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Ja, richtig, aber wenn ich auf heise.de lese, dass issues, die mit den patches gefixt werden bereits in der Wildbahn für malware-Kampagnen ausgenutzt werden, muß ich wohl das Risiko eingehen, und die Updates sofort installieren.
 

blurrrr

Well-known member
Kommt mitunter auch ganz auf das eigene Verhalten und die Umgebung an. Auch wenn die "Schlangenöl"-Fraktion das hier nicht gerne hört (🤪 aber: jedem seine Meinung!), Virenscanner können mitunter auch ein bisschen helfen, ebenso das eigene Verhalten ( -> "denken" vor "klicken") und natürlich auch die Tatsache, wie das eigene Netz gestaltet ist bzw. welche Security-Lösungen eingesetzt werden. Für den Otto-Normal-Verbraucher mit ohne Ahnung würde ich schon sagen: Virenscanner, nachdenken und dann dürfte man mit ein paar Verzögerung eigentlich ganz gut fahren. Man muss sich ja auch immer überlegen, wie der Ablauf dann ist: Updates werden herausgegeben, großer Theater beginnt, Bug-Meldungen sammeln sich, man entschliesst sich dazu, die Updates wieder zurückzuziehen. Das kann schon ein paar Tage dauern sowas...

Ist aber auch natürlich immer die Frage, wie "eilig" die Patches rausgehauen werden. Man erinnere sich nur an das Spooler-Fiasko... Oh oh, Lücke, ganz schnell irgendwas raushauen an Update und dann? Patchen... und patchen... und patchen... und patchen... (und natürlich immer wieder zwischendurch einfach mal "garnicht" drucken können). Für Privat mitunter nicht soooo relevant, in Firmen geht sowas einfach "garnicht" (wenn z.B. keine Rechnungen mehr gedruckt werden können), aber die sind i.d.R. auch einigermaßen vor äusseren Einflüssen geschützt (Proxy, Mailgateways, etc.).

In vielen Firmen werden auch einfach nur noch die Server gesichert, z.B. Terminalserver, womit die Clients dann fast egal sind (ThinClients). Bei Privat sieht das natürlich auch wieder anders aus, aber dafür gibt es ja auch noch die guten alten Backups und man muss ja bei weitem auch nicht alles von einem Client sichern. Irgendwie Spiele z.B. mit etlichen GB/TB die über irgendwelche Online-Plattformen sowieso wieder heruntergeladen werden können, fallen da z.B. einfach mal komplett raus. Ich habe bei mir z.B. eine SSD für das Betriebssystem und grundlegende Programme (Verbrauch ~120GB/250GB) und eine größere SSD als temporärer "Allerlei"-Speicher, wobei mir dieser Speicher völlig egal ist und wenn weg, dann weg, da hat nichts "wichtiges" zu liegen, das liegt dann eher auf dem NAS (und das wird eh gesichert).

Schmerzlicher als der Verlust des Allerlei-Speichers wäre eher der Zeitverlust bei der Neuinstallation der System-SSDProgrammen 😁
 

Barungar

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Ja, richtig, aber wenn ich auf heise.de lese, dass issues, die mit den patches gefixt werden bereits in der Wildbahn für malware-Kampagnen ausgenutzt werden, muß ich wohl das Risiko eingehen, und die Updates sofort installieren.
Genau aus diesen Gründen, bin ich early adopter in Bezug auf Patches. Und ich bin auch der Meinung, dass ich damit sehr gut fahre. Im konkreten Fall, hat der Versuch den Patch einzuspielen, sogar das bereits bestehende Problem mit beschädigten Dateien zu Tage gefördert. Sonst hätte ich das jetzt immer noch nicht bemerkt.

Das Einzige was ich mir gewünscht hätte, wäre das die diversen "Reparaturverfahren" auch wirklich was reparieren... und man nicht, wie ich nun leider, den Vorschlaghammer der Neuinstallation (wenn auch mit Erhaltung aller Apps und Daten) rausholen muss.


Hmm, ist für mich vor allen Dingen ein Hinweis, dass Windows 11 noch nicht für die breite Öffentlichkeit stabil genug ist.
Daher warte ich auch noch bis frühestens nächstes Jahr, bis ich das auf meine Büchsen draufziehe.
Und das ist auch keine Besonderheit von Windows 11. Während ich nach Lösungen gegooglet habe, waren die meisten Seiten bzw. Empfehlungen sowohl für Windows 10 als auch für Windows 11.
 

UdoAA

Active member
Sehe das mit den virenscannern und Schlangenöl ähnlich...
In meiner Firma werden vermutlich aus den Gründen Windows Updates erst am Ende des Monats installiert, da hat die IT Zeit, die packages zu testen.
Ansonsten wandern bei mir wichtige Daten direkt auf die NAS shares meines Haupt-NAS, das wird mehrfach gesichert, was auf den PCs lokal bleibt ist unwichtig und kann im Zweifel schnell ersetzt werden
 

blurrrr

Well-known member
Das Einzige was ich mir gewünscht hätte, wäre das die diversen "Reparaturverfahren" auch wirklich was reparieren... und man nicht, wie ich nun leider, den Vorschlaghammer der Neuinstallation (wenn auch mit Erhaltung aller Apps und Daten) rausholen muss.
Na das kennt man aber auch von Microsoft... geht nicht? Neuinstallieren! 😁

Und das ist auch keine Besonderheit von Windows 11.
Richtig, das macht Microsoft jetzt auch schon recht lange so (die Update-Prüfungen wurden ja auch vor einigen Jahren verringert (der Grunde warum ich die Home-User auch Beta-Tester nenne)).

...da hat die IT Zeit, die packages zu testen.
Je nach Firma "muss" sowas auch sein. Wenn hunderte (oder tausende) Leute mit einer Software arbeiten, welche nach einem Update dann einfach nicht mehr funktioniert - geht garnicht... Auf der anderen Seite gibt es aber auch Firmen in gewissen Größenordnungen (Mittelstand und kleiner), die sowas dann auch nicht einsehen (Test-Systeme kosten ja auch), die rennen dann halt lieber von einer Panne in die nächste😁

Ansonsten wandern bei mir wichtige Daten direkt auf die NAS shares meines Haupt-NAS, das wird mehrfach gesichert, was auf den PCs lokal bleibt ist unwichtig und kann im Zweifel schnell ersetzt werden
Jepp, genau so, nur der Zeitverlust für die Neuinstallation des Rechners nervt total (grade, wenn man viele kleine Programme installiert hat), aber da reicht theoretisch auch ein Backup einmal im Jahr oder so... Ich hab hier schon seit Ewigkeiten nicht wirklich was "neues" installiert... Kiste an über Nacht, Windows Updates installieren lassen und Mail-Client syncen lassen, fertig ☺️
 

the other

Well-known member
Moinsen,
was für ein riesiger Erkenntnisgewinn für mich:
1. Windows kann kaputt gehen...und ich dachte immer "Windows ist kaputt, works as designed :poop:"
2. Windows kann repariert werden...ich kannte auch nur die Methode a) Neuinstallieren oder b) den PC eh nicht brauchen und auf den Patch für den Patch für den...warten und beten, dass es damit wieder wird wie vorher (siehe 1.)
🤪
 

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