Umstellung von IPv4 auf IPv6

celeron74

Member
Hi, ich bin bei einem kleineren Provider und habe daher derzeit noch eine IPv4-Adresse am Internetanschluss. Da soll aber bald ein Wechsel erfolgen... Nun habe ich gehört, dass es da wohl doch "anders" läuft, als bei einem normalen v4-Anschluss... könnte mich da bitte jemand aufklären? Irgendwie versteh ich das alles nicht so wirklich... :unsure:
 

tiermutter

Well-known member
Moin,

merklich ändert sich daran erstmal nicht viel. Vermutlich wirst Du nach der Umstellung keine öffentlich erreichbare v4 Adresse mehr haben (CGNAT / DSlite) und daher nicht mehr mittels IPv4 auf eventuelle Dienste zugreifen können.
Solche Zugriffe sind dann nur noch mittels IPv6 möglich. Portweiterleitungen sind dann prinzipiell nicht mehr erforderlich (wohl aber Freigaben).
Der Zugriff von Deinen Geräten auf das Internet bleibt nahezu unberührt, da ändert sich (wenn Du bereits eine IPv6 Adresse hast) überhaupt nichts. Solltest Du bislang noch keine v6 Adresse haben, könntest Du das Netzwerk so konfigurieren, dass die Geräte zukünftig ebenfalls eine v6 Adresse bekommen und darüber ins Internet gehen. IPv6 ist prinzipiell ein bisschen schneller, aber auch das ist kaum merkbar.

Also kurz:
Wenn Du keine Dienste von außen erreichen willst, ändert sich nichts. Hast Du denn entsprechende Dienste?
 

celeron74

Member
Ja, eine Website, welche von aussen erreichbar ist... Wäre irgendwie doof, wenn das nicht mehr funktionieren würde :rolleyes:
 

tiermutter

Well-known member
Es ist durchaus möglich eine Website unter IPv6 zu betreiben, zunächst haben allerdings nur Geräte Zugriff, welche über v6 Konnektivität verfügen, also Geräte bei denen ein funktionierendes v6 konfiguriert ist. Das ist "leider" bis heute nicht immer der Fall, da v6 sehr stiefmütterlich behandelt wird.
Damit derartige Geräte Zugriff haben kannst Du einen Portmapper einsetzten, zB https://www.feste-ip.net/dslite-ipv6-portmapper/universelle-portmapper/ welcher v4 Anfragen auf das erforderliche v6 "umwandelt".
Hierbei ist zu beachten, dass der Traffic dann über die Server des Anbieters läuft (Datenschutz), außerdem sind solche Portmapper meist nicht gratis.

Alternativ kannst Du beim Provider anfragen, ob Du weiterhin einen öffentliche v4 bekommen kannst. Zumindest gegen Bezahlung ist auch das bei vielen möglich.
 

celeron74

Member
Aber IPv6 ist doch das "neue" und viele nutzen es doch, wie kann denn da die Unterstützung so schlecht sein? Ich würde es dann wohl erstmal ohne IPv4 versuchen und einfach nur mit IPv6 (in der Hoffnung, dass es sooo schlimm ja wohl nicht wird). Zum Verständnis: So wie ich das bisher gehört habe, kriegt dann "jedes" Endgerät auch eine eigene öffentliche IPv6-Adresse. Würde bedeuten, dass das myfritz der Fritzbox in Bezug auf die Website (auf dem NAS) völlig egal ist und ich für das NAS dann entsprechend über (z.B. synology.me) eine eigene DynDNS-Adresse erzeugen müsste, mit auch die "richtige" öffentliche IP (die vom Endgerät) angesprochen wird, korrekt?
 

tiermutter

Well-known member
Frag mich nicht warum v6 noch nicht so verbreitet ist... Vor etwa einem Jahr hatten nichtmal alle deutschen Mobilfunkprovider IPv6 implementiert. In vielen Netzen wird v6 vermutlich auch pauschal deaktiviert, weil sich die Admins nicht damit auseinandersetzen wollen.

Ja, jedes Gerät kann eine eigene öffentliche v6 Adresse bekommen, dass ist letztendlich Sinn und Zweck von v6 (die Ablösung von NAT). Demnach benötigt jedes Gerät seine eigene DDNS unter der es erreichbar ist.
Alternativ, sofern vom Router unterstützt, könnte man auch NAT66 verwenden, was dem bekannten NAT(44) bei IPv4 gleichkommt. Damit habe ich mich aber nicht beschäftigt, wozu auch... Ziel ist es vom NAT wegzukommen.
 

celeron74

Member
Hm, dann würde ich es wohl erstmal mit dem DynDNS direkt auf dem Gerät versuchen + einer Portfreigabe für dieses Gerät auf dem Router (wenn ich das richtig verstanden habe). Vielen Dank! :)
 

tiermutter

Well-known member
Ja hast du richtig verstanden. Der Port muss in der Firewall/ Router ja auch bei v6 freigegeben werden, damit dieser nicht standardmäßig geblockt wird.
Im Gegensatz zu v4 mit NAT brauchst du aber eben keine Portweiterleitung mehr. Wie genau das in einer Fritzbox benannt ist und wie man das macht weiß ich allerdings nicht.
 

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