Heimnetz mit 5590

hansam

New member
Hallo,
Im Rahmen einer Renovierung habe ich die Gelegenheit ein Netzwerk für TV-Sat und Ethernet aufzubauen. Damit möchte ich mich den Unwegsamkeiten des Wlan entziehen.
Es ist ein großes Einfamilienhaus für 3 Generationen konzipiert. Glasfaseranschluß ist bis 6/2023 zugesagt. Aber die Vorbereitung muß schon vorher geschehen.
Im Anhang findet Ihr eine Funktionszeichnung die hoffentlich einiges hierzu erklärt.
  • Kann ich die Fritzbox 5590 einsetzen?
  • Wie lang darf das Eth-Kabel zwischen 5590 und Eth-Switch16 werden?
  • Ist es besser 2x Eth-Switch8 zu nehmen?
  • Welchen Eth-Switch?
  • Welchen Sat Switch16 (gehört das hier hin?)?
Grüße
Hans
 

Anhänge

  • TV und Ethernet Verkabelung 20221014-1.pdf
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  • Kann ich die Fritzbox 5590 einsetzen?
    Das hängt von Deinem Glasfaser-Anbieter ab. Grundsätzlich ist die FritzBox 5590 nach GPON und XGS-PON zertifiziert seit Anfang Oktober '22. Technisch kann sie also so ziemlich jeden gebräuchlichen Glasfaser-Anschluss direkt terminieren. In Deutschland gibt es auch die "Router-Freiheit", was auch zusätzlich dafür spricht.
    Ich habe aber den Medien entnommen, dass manche Glasfaseranbieter extrem zickig sind, wenn man nicht ihren Terminator will. Im Zweifelsfall Verbraucherschutz, RegTP oder Klage, ablehnen dürfen sie es per Gesetz nicht.

  • Wie lang darf das Eth-Kabel zwischen 5590 und Eth-Switch16 werden?
    Wie willst Du es machen "echte" Strukturierte Verkabelung nach EN50173? Oder einfach nur irgendwie Cat.-Kabel verlegen?
    Die beiden haben nur einen minimalen formellen Unterschied, faktisch ist für beide die Vorgabe aus dem jeweiligen IEEE 802.3-Substandard. Und da ist bei 100m Kabel definitiv Ende. Bei Strukturierter Verkabelung sagt man 7,5m + 90m + 2,5m. Oder ausformuliert... 7,5m Cat-Kabel von der Dose zum Gerät, 90m festverlegtes Kabel in der Wand zwischen Dose und Rangierfeld sowie 2,5m für die Patchung/Rangierung zwischen Rangierfeld und aktiver Komponente (Router, Switch, Hub, usw.)!

    Welchen Switch Du verwendest ist Geschmackssache. Ich kann Dir nur dringend empfehlen, keinen dummen Switch zu nehmen! "Dumme Switche" erkennt man a) am Preis und b) an vorhandenen Worten wie "unmanaged" sowie c) fehlenden Worten sie "full managed", "smart managed" oder "web-managed" (in Absteigender Mächtigkeit/Qualität - "web-managed" wäre das was ich gerade noch akzeptieren würde).

  • Ist es besser 2x Eth-Switch8 zu nehmen?
    Puh, das ist eine etwas komplexere Frage. Günstiger und einfacherer in der Handhabung wird der 16er Switch sein. Vorallem, wenn Du einen zentralen Punkt z.B. im Keller hast, wo alle Netzwerk-Dosen aus dem ganzen Haus auf einem Rangierfeld auflaufen. Dann kängt man den 16er Switch mit in das 19 Zoll Rack und fertig.

    Nachteil, fällt der 16er Switch aus ist alles tod. Bei zwei 8er Switchen würde ein Teil noch funktionieren. Wenn man das dann z.B. geschickt patcht (weil die meisten Netzwerk-Dosen in den Zimmern vermutlich zwei RJ-45 Stecker haben) könnte man es so schalten, das egal ob ein Switch ausfällt in jedem Zimmer noch ein Anschluss funktioniert.

    Das bedeutet aber auch, dass man auf den Switchen Ports verbrauchen muss für die ideal redundanten Verbindungen z.B. in Form von Aggregierten Links.

  • Welchen Eth-Switch?
    Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit ZyXEL (mittlere Preisklasse), Cisco gehen auch (gehobene Preisklasse). Dann gibt es da noch einen Osteuropäischen Anbieter MikroTik (preislich unteres Mittelfeld), da habe ich keine persönlichen Erfahrungen aber von den Hersteller-Datenblättern sehen die Geräte nach durchaus tauglicher Hardware aus.

    Aber auch HP, 3com, Netgear (mag ich persönlich nicht) bauen durchaus gute Switche.

    Für mutige gibt es auch Switche von QNAP. Damit habe ich zumindest schonmal persönliche Erfahrungen gesammelt, sie stehen nicht oben in der Liste, weil QNAP kein klassischer Netzwerkausrüster ist. Preisklasse ist eher unteres Mittelfeld, die Geräte sind "web-managed" und machen ihren Dienst offenbar rechtzuverlässig.

    Wenn man zwei kleine Switche nimmt, kann man auch einen 12er mit 1G und einer 12er mit 10G nehmen. So kann man langsamere/genügsamere Geräte auf den 1G-Switch legen und Kraftpakete (NAS, PC, Server, usw.) auf den 10G-Switch. Das ist günstiger als einen großen 10G-Switch.

    Ein paar Beispiele:
    12 Ports -- ZyXEL XS1930-12HP (10x Cu 10G und 2x LWL 10G)
    12 Ports -- ZyXEL XGS1210-12 (2x Cu 2.5G, 8x Cu 1G und 2x LWL 10G)
    12 Ports -- MikroTik CRS 312-4C-8XG-RM (12x Cu 10G und 4x LWL 10G, combo --> bei Nutzung LWL fallen Cu-Ports weg)
    26 Ports -- MikroTik CRS 326-24G-2S+RM (24x Cu 1G und 2x LWL 10G)
    28 Ports -- ZyXEL XGS1930-28HP (24x Cu 1G und 4x LWL 10G)

    Denkbar auch zwei ZyXEL XGS1210-12, die kannst Du per LWL oder DAC mit 2x 10G verbinden und hast dann 16 Ports mit 1 Gigabit sowie 4 Ports mit 2.5 Gigabits für den Start auch eine Option.

    2.5 Gigabits ist mittlerweile so "Standard" bei PCs oder NAS.

  • Welchen Sat Switch16 (gehört das hier hin?)?
    Da bin ich raus... ich habe Kabelfernsehen. ;)

    Nur mal eine Frage am Rand... wieso extra noch Coax für SAT verkabeln?!
    Ich würde sowas modern direkt über die Switche mit verteilen lassen. Stichwort SAT>IP
    So in der Art: https://de.astra.ses/tv-radio-mehr/satip
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Barungar,

vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort.
Mir schwirrt der Kopf.
Deinen Ausführungen nach braucht man ein Patchfeld. Geht das auch ohne?

Der 5590 hat 4 LAN-Anschlüsse. Theoretisch kann man also bis zu 4xEth-Switch anschließen. Richtig?
Die Anschlüsse sind aktiv. Da dürfen die Cat7 bis zu 90m lang sein?

Der 5590 kann diese Anschlüsse untereinander priorisieren. Außerdem denke ich daß 2xEth-Switch8 den Datenfluß besser und schneller verarbeitet als 1xEth-Switch16. Deinen Gedanken durch eine "Parallelverkabelung" eine "Ausfallminimierunng zu erreichen finde ich klasse.

SAT>IP da muß man vorher festlegen welche Sender man sehen will, soweit ich weis. So ganz klar ist mir diese Lösung in all ihren Konsequenzen nicht. Ich halte mich vorerst an das was ich kenne. Aber da werde ich noch recherchieren.

immer ausreichend Bits

Hans
 
Deinen Ausführungen nach braucht man ein Patchfeld. Geht das auch ohne?

Also gehen tut alles. Aber was man normaler Weise macht ist eben was anderes. Wenn man festverlegte Kabel (strukturiere Verkabelung) nutzt, dann macht man es normal so, dass man das Kabel auf Rolle (also endlos) kauft. In Zimmer A wird eine Wanddose installiert, da werden die Kabelenden angeschlossen (aufgelegt), dann rollt man soviel Kabel ab bis an den "zentralen Sammelpunkt" (z.B. Keller) und dort hat man dann ein Patchfeld oder Rangierfeld, wo man das andere Ende vom Kabel ebenfalls auflegt. Das macht man dann immer weiter (also Dose vom Zimmer auf Patchfeld) bis man überall Netzwerkdosen hat.

Der 5590 hat 4 LAN-Anschlüsse. Theoretisch kann man also bis zu 4xEth-Switch anschließen. Richtig?
Die Anschlüsse sind aktiv. Da dürfen die Cat7 bis zu 90m lang sein?

So lange man Switche verwendet, und in diesem Kontext ist auch die FritzBox ein Switch, kannst Du nahezu beliebig lange kaskadieren, also von Switch zu Switch zu Switch. Kaskaden-Restriktionen gab es als man noch mit Hubs gearbeitet hat, das liegt daran, da Hubs auf Layer 1 arbeiten und man sonst in elektrotechnische Schwierigkeiten kommt und die Kollisionsdomäne unkontrollierbar war. Dieses Makel haben Switche nicht.

Du kannst auch, wenn man z.B. zweimal den ZyXEL XGS1210-12 einsetzt folgendes machen.

Auf ZyXEL A und ZyXEL B das Spanning Tree-Protokoll aktivieren. Dann ZyXEL A über 10G (DAC oder LWL) mit ZyXEL B verbinden. ZyXEL A über Patchkabel für 1 Gigabit mit LAN 1 der FritzBox verbinden. ZyXEL B über Patchkabel für 1 Gigabit mit LAN 2 der FritzBox verbinden.

Dir bleiben dann noch 4x 2.5 GBit/s Ports, 2x 10 GBit/s Ports und 14x 1 GBit/s Ports an den beiden ZyXEL. Beleg wären 2x 10 GBit/s Ports (jeweils zum anderen ZyXEL) und 2x 1 GBit/s Ports (jeweils zur FritzBox). An der FritzBox wären noch 3x 1 GBit/s Ports frei.

Eine Cu (Kupfer, RJ-45, Cat. X) Strecke darf laut IEEE 802.3 im Standard immer nur maximal 100 Meter lang sein. Es wird auch mit 105 Meter funktionieren, ist dann aber außerhalb des Standards.

SAT>IP da muß man vorher festlegen welche Sender man sehen will, soweit ich weis. So ganz klar ist mir diese Lösung in all ihren Konsequenzen nicht. Ich halte mich vorerst an das was ich kenne. Aber da werde ich noch recherchieren.

Das habe ich anders verstanden... Du hast bei SAT>IP an jedem Fernseher einen SAT-Receiver. Der Unterschied ist nur, dass die SAT-Receiver nicht mehr Koax angeschlossen sind, sondern per 1 GBit/s Ethernet. Auf dem Dachboden hast Du dann Deine Parabol-Antenne sowie diese Verteiler-Box, die beim klassischen Verfahren die ganzen Coax-Kabel zu den Receivern verteilt. Nur hier, hat diese Box lediglich Koax-Kabel zur Parabolantenne und zum den SAT-Receivern hin verwendet sie selbst auch Ethernet.

1666442969257.png
 
Hallo Barungar,
da gibt es noch 3 Sat-Twinreceiver. Die möchte ich behalten und weiterhin einsetzen. So schlimm ist die Verkabelung nun auch nicht.

Gruß Hans
 
@hansam Das ist noch ein Argument... das man noch alte Receiver hat. Wenn man aber so viel erneuert, dann würde ich es zumindest aktiv in Erwägung ziehen. Auf jeden Fall viel Erfolg mit dem Baumaßnahmen. ;)
 
So alt sind die nicht:VU+duo 4k, VU+ultimo 4k
Muß jetzt überprüfen ob die und die TV für Sat>IP vorbereitet sind. Eth Buchse haben die. Alle sind via WLAN in ein Fritzbox Netz eingebunden.
 
Fritzbox und Kabellänge wurde bereits ausgiebig beantwortet.

Alle VU+ stellen selbst Sat-IP host und client bereit, würde bedeuten einer an die Sat Verteilung als Sat-IP Host alle anderen wären dann Sat-IP Client, würde dennoch klassische Sat Kabel ziehen, ist jetzt nicht der Kostenfaktor und hält dich unabhängig, zudem sind die Umschaltzeiten unerträglich bei Sat-IP, als sehr gut hat sich hier Spaun herausgestellt.
Diese nutze ich z.B. seit 12 Jahren, ohne Probleme, ohne Ausfall. Gibt's auch als 16er, haben auchvein großes Haus über 3 Stockwerk+Keller hatte noch nicht das Bedürfnis mehr Sat Anschlüsse zu benötigen (selbst Küche, Bad, Gäste-WC sind versorgt) habe sogar noch einen frei.

20221022_235554.jpg


Bei den Switch(en) ist es eine Frage der Anwendung, möchte man nur Netzwerk im Haus verteilen, benötigt man sicherlich keinen managed Switch, dieser kann im nachlauf jederzeit ersetzt werden,
Für den normalen Hausgebrauch tut es auch ein 24er level one
Ich möchte hier managed switch nicht in Abrede stellen, ist jedem selbst überlassen.
Man sollte nur anhand der Fragestellung interpretieren in wie weit da auch das benötigte Wissen vorhanden ist um dies einzurichten und zu warten, es ist halt nicht plug and play.
 

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