Fritzbox in Thailand - keine öffentliche IP Adresse

Carabao

New member
Hallo.

Ich habe hier in Thailand einen Glasfaseranschluss von T.O.T., an dem ein TP-Link Router angeschlossen war.
Weil ich so sehr an Fritzboxen gewöhnt bin, habe ich nun den TP-Link Router entfernt und eine Fritzbox 7950 AX per WAN Kabel an das Glasfasermodem angeschlossen. Das funktioniert soweit prima und alles läuft reibungslos.

Aber: Bei DynDNS steht ein Hinweis in der Oberfläche der Box: "Die vom Internetanbieter zugewiesene IPv4-Adresse ist keine öffentlich erreichbare IP-Adresse. Freigaben auf IPv4-Dienste der FRITZ!Box und auf Ihr IPv4-Heimnetz werden daher voraussichtlich nicht funktionieren."
DynDNS funktioniert auch tatsächlich nicht, Portweiterleitungen auch nicht.

Ich blicke hier nicht durch.
Wenn ich z.B. auf whatsmyip.org gehe, dann wird mir natürlich eine IP Adresse angezeigt. Ist das dann nicht die öffentliche IP? Ich verstehe das nicht.

Mir wird beim IP Check übrigens keine IPv6 Adresse angezeigt, diese ist anscheinend gar nicht vergeben. Ich habe IPv6 mal im testweise im Router aktiviert, aber ohne Erfolg.

Schon letztes Jahr habe ich beim Glasfaser-Anbieter eine statische IP angefragt, diese wäre zwar möglich, ist aber viel zu teuer. Im Umkehrschluss müsste das aber doch bedeuten, dass ich ja eine normale "öffentliche IP Adresse" habe - und dann verstehe ich nicht, warum der Hinweis in der Fritzbox steht.

Was könnte ich nun tun, um DynDNS und Portfreigaben nutzen zu können?
Möglichst ohne meinen thailändischen Glasfaseranbieter kontaktieren zu müssen, denn die Kommunikation ist in diesem Bereich extremst schwierig.

Bin für jeden Hinweis sehr dankbar.
 
Wenn ich z.B. auf whatsmyip.org gehe, dann wird mir natürlich eine IP Adresse angezeigt. Ist das dann nicht die öffentliche IP? Ich verstehe das nicht.
Das ist ganz einfach erklärt: Nehmen wir als Beispiel einfach mal Deine Verbindung Zuhause. Sind jetzt alles nur beispielhafte IP-Adressen.

Dein Rechner hat die 192.168.0.100 (private IP). Dein Router hat die A.B.C.D. Die privaten IP-Adressen werden im Internet nicht weitergeleitet. Dein Router geht bei einem ausgehenden Paket hin und überschreibt die private IP vom Client (192.168.0.100) durch seine eigene öffentliche (A.B.C.D). Kannst Du Dir vorstellen, wie bei einem Brief. Der Absender ist auch nicht "<Dein Vorname" in "<Wohnzimmer>", sondern "Nachname" in "Hausnummer, Strasse, PLZ, Ort". Mit den "privaten" Angaben kann da "draussen" niemand etwas anfangen.

Bei Deinem ISP in Thailand ist es nun ganz ähnlich, allerdings ist eine Sache noch anders. Stell Dir vor, dass Dein Provider für seine Internet-Teilnehmer noch eine Fritz!Box vorschaltet. Das sieht dann z.B. so aus:
Code:
Fritz!Box (Kunde 1) ---|
Fritz!Box (Kunde 2) ---|--- Fritz!Box (Provider) --- Internet
Fritz!Box (Kunde 3) ---|

Heisst, dass jeder Kunde sein eigenes "privates" Netz hat, aber das Netz zwischen dem Provider-Router und euren Fritz!Boxen ist ebenfalls "nur" ein privates Netzwerk. Daher gibt es dort keine öffentlichen IP-Adressen. Der Provider-Router macht allerdings genau das gleiche, was auch Deine Fritz!Box hier macht, sie überschreibt die "privaten" IP-Adressen mit ihrer eigenen öffentlichen IP. Das muss auch so sein, da die privaten IP-Adressen - wie oben schon erwähnt - nichts im "Internet" verloren haben und die Kommunikationspartner ansonsten auch nicht wüssten, wohin sie die Antwort schicken sollen.

Somit heisst es für Dich in Thailand ganz einfach, dass zwar "ausgehende" Verbindungen möglich sind, aber initial "eingehende" eben nicht, da diese schon vom Provider unterbunden werden.

Was Du dann bei so einer Website bzgl. der IP-Überprüfung siehst, ist die öffentliche IP vom "Provider"-System (nicht "Deine" von Deinem Router).
 
Wow, vielen Dank für diese ausführliche Antwort und die Zeit, die Du Dir dafür genommen hast!
Bedeutet das, dass ich mich nun also doch an meinen Provider wenden muss, um "meine" eigene öffentliche IP zu bekommen oder gibt es vielleicht noch andere Workarounds?
Und was wäre der Unterscheid zu einer statischen IP? Oder ist es genau das?
 
Und was wäre der Unterscheid zu einer statischen IP? Oder ist es genau das?
Der Unterschied ist, dass sich eine "normale" öffentliche IP auch ändern kann, z.B. bei einer erneuten Einwahl/Verbindung. Eine statische IP-Adresse bleibt hingegen immer gleich.

Dynamisch:
Heute: A.B.C.D
Morgen: A.B.A.E
Übermorgen: A.B.E.D

Statisch:
Heute: A.B.C.D
Morgen: A.B.C.D
Übermorgen: A.B.C.D

Bedeutet das, dass ich mich nun also doch an meinen Provider wenden muss, um "meine" eigene öffentliche IP zu bekommen oder gibt es vielleicht noch andere Workarounds?
Der sinnvollste Weg wäre sicherlich über den Provider, auch wenn es ggf. ein bisschen mehr kostet. Andere Möglichkeiten gäbe es theoretisch auch, allerdings sind diese auch mit monatlichen Kosten verbunden + Du hast noch eine theoretische Fehlerquelle mehr dabei. Das wäre dann etwas in Kombination mit einem Drittanbieter (oder einer Eigenbau-Lösung mittels eines angemieteten virtuellen Servers). Dabei wird zwischen virtuellem Server oder Drittanbieter ein verschlüsselter Tunnel etabliert, durch welchen Dein Internetverkehr dann läuft und Du erst bei Deinem virtuellen Server / Drittanbieter quasi "ins Internet" gehst. Ich persönlich würde den Weg über den Provider bevorzugen.
 
Okay, da mein Provider im Servicebereich wirklich übel ist, würde ich zuerst alles Andere versuchen 🙈. Ich bin derzeit in Thailand und habe in Deutschland ja auch eine Fritzbox. zudem ein Synology NAS. Da wäre es doch einen Versuch wert, auf der Synology einen "IP-Server" zu installieren, oder liege ich da falsch?
 

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